50-jähriges Jubiläum Geseker Posaunenchor

„Ein feste Burg ist unser Gott“ – unter diesem Motto stand der Festgottesdienst, den die Evangelische Kirchengemeinde Geseke anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Geseker Posaunenchors am vergangenen Samstag (18.02) feierte. So bekamen die Besucher in der gut gefüllten Martin-Luther-Kirche gleich verschiedene Versionen dieses Liedes, das ursprünglich aus der Feder des Reformators stammt, zu Gehör.

Doch zunächst überreichte Presbyterin Christa Bartmeier in einem festlichen Akt dem Posaunenchor eine neue Posaune als Geschenk der Kirchengemeinde. Landesposaunenwart Ullrich Dieckmann spielte mit einem Solo die ersten Töne auf dem Instrument, bevor dieses dann im Chor erklingen sollte. Ullrich Dieckmann, der bereits dem 25-jährigen Jubiläum beiwohnte, hatte am frühen Nachmittag einen Proben-Workshop mit den Bläserinnen und Bläsern des Geseker Posaunenchors und Gastbläsern aus Lippstadt, Verne und Werl durchgeführt. Nun übernahm er die musikalische Leitung des Gottesdienstes, an dessen Ende er insbesondere die Leistung von Chorleiter Werner Naundorf ehrte, der in dieser Funktion seit inzwischen mehr als 31 Jahren für den guten Ton des Ensembles sorgt.

In ihrer Predigt thematisierte Pfarrerin Kristina Ziemssen, die seit einigen Monaten ebenfalls Mitglied des Posaunenchors ist, Inhalt, Bedeutung und Historie des oft als Hymne der Reformation bezeichneten Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott“.

In einem Grußwort brachte anschließend auch das Presbyterium seine Wertschätzung für die Arbeit des Geseker Posaunenchors zum Ausdruck, insbesondere was deren Gemeinschaft, Leitung und spielerisches Können betrifft. Weitere Grußworte der Ev. Frauenhilfe Geseke sowie des Familienzentrums Senfkorn betonten insbesondere die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahrzehnten, und wie so oft traf Sabine Brennecke mit sehr persönlichen Worten in für diesen Anlass selbstgedichteten Versen das Herz ihrer Zuhörer. Dr. Günter Fiedler als Vertreter der Stadt Geseke wusste indes mit der Information, dass er bei Gründung des Posaunenchors im Januar 1967 zugegen war, zu überraschen.

Im Anschluss traf man sich zu einer Feierstunde, die mit einem Sektempfang für Gratulanten und Festgemeinde in der Martin-Luther-Kirche begann und im Gemeindehaus fortgesetzt wurde.

Sven Leutnant

Gruppenfoto Geseker Posaunenchor, 18. Februar 2017

Grußwort des Presbyteriums

Liebe Aktive und Freunde der Bläsermusik, liebe Festgemeinde!

Es gibt Aufgaben, die sind mit Freude verbunden und so habe ich nun die Ehre, Grußworte des Presbyteriums an Sie und euch zu richten – am Ende eines festlichen Gottesdienstes, in dem wir neben Gott auch den Menschen Ehre entgegenbringen möchten, die sich für die Bläsermusik im Allgemeinen und im Geseker Posaunenchor im Besonderen engagieren.

50 Jahre sind ein Zeitraum, der für mich kaum vorstellbar ist. Meine bisherige Lebensspanne ist kürzer – deutlich. Das erzeugt Respekt. Und zunächst dachte ich, aus diesem Respekt heraus einen kompletten Rückblick auf die vergangenen fünf Jahrzehnte eures Wirkens geben zu müssen. Aber zum einen möchte ich hier nicht eine Geschichte in Worte fassen, die jeder Einzelne von euch viel besser erzählen kann, zum anderen ist nicht auszudenken, wenn jetzt hinten der Sekt warm wird... Oder schlimmer noch: ich vergesse aus Unkenntnis einen wichtigen Menschen oder ein bedeutendes Ereignis zu erwähnen.

Natürlich, der Anlass für diese Feierstunde ist und bleibt das Jubiläum – der Grund aber, warum sich hier und heute so viele Menschen in der Martin-Luther-Kirche versammelt haben, ist der, dass wir euch und euer Engagement sehr schätzen.

Und so könnte es in einem Buch eurer inzwischen 50-jährigen Geschichte neben der Chronik drei weitere Kapitel geben, in der die Gründe für diese Wertschätzung zum Ausdruck kommen.

Kapitel 1: Die Gemeinschaft

Als erstes wäre da die Gemeinschaft zu nennen. Nicht nur unser Glaube braucht Gemeinschaft, die wir z.B. durch unsere Kirche erfahren. Auch Kirchenmusiker brauchen Kreise zur Verständigung und zum Austausch – die Liste der Vorteile ist lang. Die Mitgliedschaft in einem Chor bedingt zudem bei jedem Einzelnen von vornherein einen Willen zur Kooperation, um als Teil eines Ganzen zu fungieren – denn nur so funktioniert und trägt es.

Lobenswert ist auch, dass ihr seit Bestehen stets um Nachwuchs bemüht seid, und dass ihr mit Mitgliedern beider Konfessionen eine Ökumene lebt, die selbstverständlich und schon Alltag geworden ist.

Eure schönen Shirts und Schals in Chorblau mit dem Logo darauf sind also nur die äußeren Zeichen einer inneren Verbundenheit – die wir als Gemeinde deutlich zu spüren glauben.

Hinzu kommt dann die Bereitschaft, an vielen Feiertagen und auch, aber nicht nur, zu besonderen Anlässen für einen festlich-musikalischen Rahmen zu sorgen. Über zwanzig Auftritte pro Jahr und zwei Proben pro Woche sind da schon ein wirklich bemerkenswertes Pensum.

Kapitel 2: Die Leitung

Vor über 31 Jahren hast du, lieber Werner, die Leitung des Posaunenchors übernommen – und damit schlage ich ein weiteres, wichtiges Kapitel auf. Denn diese Aufgabe ist nicht damit getan, dass man hinten ein paar Notenblätter verteilt und vorne ein bisschen dirigiert.

Da ist neben der Abstimmung und Koordination all der Termine auch der Aufbau und die Pflege eines Repertoires zu nennen, das sich inzwischen über Choralmusik und Barock bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen aus Gospel, Jazz und auch Pop erstreckt. Und das wichtigste überhaupt: neben der Ausbildung der Jungbläser die Förderung des Zusammenhalts von zurzeit 20 Aktiven, die ihre individuellen Stärken einbringen und ihr Können unter Beweis stellen wollen.

Dass du diese Aufgabe seit jeher unentgeltlich wahrnimmst und obendrein den Chor komplett über Gagen außerhalb unserer Gemeinde und über Spenden finanzierst, ist wirklich aller Ehren wert! Hier schließe ich mich den Worten meines Vorredners Herrn Dieckmann an.

Darum kommt auch die heute als Geschenk der Gemeinde überreichte Posaune von Herzen - wie die Musik, die ihr künftig darauf zu Gehör bringen werdet.

Und damit sind wir auch gleich beim dritten Kapitel angelangt: der Musik.

Kapitel 3: Die Musik

Man kann über die Musik der Blechbläser Vieles sagen, kommt dabei aber selten ohne Pathos aus.
Das beginnt oft mit der reinen Größe der Instrumente, ihren geschwungenen Formen und dem edel wirkenden Glanz sowie dem warmen, majestätischen Klang. Wenn dann das gemeinsame Spiel eines Chores druckvoll anschwillt und den ganzen Raum erfüllt, wähnt man bei „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“ gleich eine ganze Armee hinter sich oder ist sich sicher, dass die zu Lob und Ehre unseres Gottes gespielten Lieder auch tatsächlich bis zum Himmel reichen.

In welcher Tradition so ein Posaunenchor steht, hat Pfarrerin Ziemssen in einem Musikgottesdienst im vergangenen September zum Ausdruck gebracht, und dafür die Bibel bemüht. In der Offenbarung des Johannes steht geschrieben „"Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen, und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben.".

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass wir vorhin versucht haben, diese Szene nachzustellen – hier am Altar – vor Gott. Jetzt hat der Posaunenchor bestimmt mehr als nur einen Engel – vielleicht sogar mehr als sieben – aber wir hatten eben nur eine Posaune zu übergeben.

Ja, das Spiel unseres Geseker Posaunenchors ist ebenfalls eine Offenbarung: professionell, variantenreich und unglaublich inspirierend. Eure Musik – und an dieser Stelle möchte ich alle Kirchenmusiker einschließen – ist der Soundtrack zur Bibel und das Tüpfelchen auf dem „i“ in Evangelium – der frohen Botschaft.

Mit diesen Worten will ich schließen.
Ich beglückwünsche euch im Namen des Presbyteriums zum 50-jährigen Jubiläum, wünsche für die kommenden Jahrzehnte weiterhin viel Erfolg und Freude sowie Gottes reichen Segen - und sage mit den Worten von ABBA „Thank you for the music“ – „DANKE für die Musik“!

Sven Leutnant